Meldepflichtige Ereignisse
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Isar 2 (KKI 2): Anforderung des Sicherheitssystems durch den Reaktorschutz aufgrund einer Störung im betrieblichen Steuerflüssigkeitssystem der Turbine (ergänzt am 27.09.2017)
Datum des Ereignisses
25.07.2017
Beschreibung
Mit Meldung vom 27.07.2017 und einer Ergänzungsmeldung vom 27.09.2017 hat die Betreiberin des KKI 2 dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz folgendes Ereignis gem. § 6 Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung angezeigt:Betriebszustand vor dem Ereignis:
Anfahren der Anlage nach RevisionBeschreibung:
Nach erfolgreichem Abschluss der Jahresrevision 2017 mit Synchronisation des Generators am 25.07.2017 um 14:41 Uhr wurde die Anlage weiter hochgefahren. Bei ca. 40% Leistung wurde die Prüfung der Turbinenschutzeinrichtungen mit der Turbinenprüfautomatik (TPA) durchgeführt. Dabei fiel der Druck der Schnellschlussflüssigkeit unerwartet ab, was um 15:56 Uhr zum Schließen der Turbinenschnellschlussventile und im Weiteren zum Öffnen der 400 kV Leistungsschalter führte. Beim Auslaufen der Turbine erfolgte bei 47,4 Hz die vorgesehene Umschaltung der Eigenbedarfsversorgung in Langzeit auf das 110 kV Reservenetz. Die Kurzzeitumschaltung war aufgrund der Frequenzunterschiede gesperrt. Mit der restspannungsabhängigen Langzeitumschaltung wurden die 4 laufenden Hauptkühlmittelpumpen (HKMP) auslegungsgemäß abgeschaltet, was RESA/TUSA über das Reaktorschutzsystem zur Folge hatte.Im Zuge der Transiente kam es zur Abschaltung von Gleichrichtern ohne automatische Wiederzuschaltung in Scheibe 10, was zum Zeitpunkt des Ereignisses zunächst als auslegungskonform angesehen wurde. Mittlerweile haben weitergehende Untersuchungen des Herstellers gezeigt, dass die automatische Wiederzuschaltung unter den Randbedingungen des Ereignisses hätte erfolgen müssen. Dieser Umstand wird im meldepflichtigen Ereignis mit Blockvorkommnisnummer 02/2017 beschrieben.Auswirkungen:
Auf Personen und Umgebung keine.Umschalten der Eigenbedarfsversorgung auf das 110 kV Reservenetz.Auslösung RESA und TUSA über das Reaktorschutzsystem nach dem Abschalten aller HKMP. Die Wärmeabfuhr erfolgte bis zum Wiederzuschalten der HKMP nach ca. 2 Stunden im Naturumlauf über die Frischdampfumleitstation als Hauptwärmesenke.Die Sicherheitseinrichtungen funktionierten auslegungsgemäß. Die Abschaltung und das nicht automatische Wiederzuschalten von Gleichrichtern in Scheibe 10 hatte keine Auswirkung auf das Ereignis.
Maßnahmen, Behebung:
Zuschalten der HKMP und der Maschinentransformatoren BAT01/02.Rückschalten der Scheiben 1 bis 4 vom 110 kV Reservenetz auf dieEigenbedarfstransformatoren.Überprüfung des Turbinensteuerflüssigkeitssystems.Meldekategorie
Meldekategorie N (= Normal)
Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)
Bewertung
Das Ereignis hatte keine unzulässigen Auswirkungen auf den Anlagenbetrieb und die Umgebung.