Besondere Meldungen über bayerische kerntechnische Anlagen und Transporte
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Gundremmingen (KRB II), Block C: „Anforderung eines Notstromdieselaggregats infolge Spannungslosigkeit der Eigenbedarfsschienen aufgrund eines externen Netzereignisses“
Datum des Ereignisses:
13.05.2018
Meldung des Betreibers:
Mit Meldung vom 16.05.2018 hat der Betreiber des KRB II dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz folgendes Ereignis gemäß § 6 der Atomrechtlichen Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung angezeigt:
Betriebszustand vor dem Ereignis:
Nichtleistungsbetrieb während der JahresrevisionBeschreibung:
Die 400-kV-Netzanbindung erfolgte während des laufenden Brennelementwechsels im Block C über den Maschinentransformator 30 AT02. Der zweite Maschinentransformator 30 AT01 war zu diesem Zeitpunkt für Wartungsarbeiten freigeschaltet. Am 13.05.2018 kam es um 17:36 Uhr zu einem externen Netzereignis. Infolgedessen wurde durch eine Schutzfunktion des Netzbetreibers Amprion der Maschinentransformator 30 AT02 abgeschaltet. Dadurch wurden die Eigenbedarfsschienen, die 10-kV-Notstromschienen 31 BU, 32 BV, 35 BG und die Verfügbarkeitsnotstromschienen 30 BX und 30 BY kurzzeitig spannungslos. Wie vorgesehen wurden die von den betrieblichen Eigenbedarfsschienen versorgten 10-kV-Notstromschienen automatisch auf die 110-kV-Reservenetzeinspeisung umgeschaltet. Bei der 10-kV-Notstromschiene 35 BG des ZUNA-Systems startete auslegungsgemäß das Notstromdieselaggregat 35 GY40 und versorgte die Schiene. Um 18:36 Uhr wurde der Maschinentransformator 30 AT02 wieder zugeschaltet.Auswirkungen:
Auf Personen und Umgebung: keineAuf die Anlage: Der Ausfall der 400-kV-Netzanbindung und die damit verbundene Spannungslosigkeit der 10-kV-Eigenbedarfsschienen und damit der 10-kV-Notstromschienen hatte die automatische Umschaltung der 10-kV-Notstromschienen 31 BU, 32 BV und der 10-kV-Verfügbarkeitsnotstromschienen 30 BX und 30 BY auf die Reservenetzeinspeisung zur Folge. Die 10-kV-Notstromschiene 35 BG des ZUNA-Systems wurde bestimmungsgemäß über das gestartete Notstromdieselaggregat 35 GY40 versorgt. Alle Umschaltungen verliefen auslegungsgemäß.
Maßnahmen, Behebung:
Kontrolle der automatischen Maßnahme auf Vollständigkeit. Sichtkontrolle der 400-kV-Maschinenleitungen auf Fremdkörper oder Beschädigungen, ohne Befund. Nach Zuschaltung des 400-kV-Netzes durch die Gruppenschaltleitung des Übertragungsnetzbetreibers erfolgte die Rückschaltung des Trafos 30 AT02 und der Eigenbedarfsschienen. Anschließend erfolgte die Rückschaltung der Notstromschienen auf die Eigenbedarfsschienen.Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie ""N"" (= Normal)
Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)
Aufsichtsbehörde:
Das Ereignis hatte keine unzulässigen Auswirkungen auf den Anlagenbetrieb und die Umgebung.