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Studierenden-Wettbewerb

Innovativer und nachhaltiger Ausstellungsspavillon für die Landesgartenschau Freyung 2023

Ökologisches und nachhaltiges Bauen ist wichtig für den Klimaschutz. Um hierbei neue Maßstäbe zu setzen, hat das Bayerische Umweltministerium in Kooperation mit der Technischen Hochschule Rosenheim einen besonderen Architekturwettbewerb für Studenten ausgelobt: Aufgabe der Teilnehmer war es, ein kreatives, innovatives und zukunftsweisendes Konzept für einen neuen Ausstellungspavillon des Umweltministeriums zu entwickeln. Der Pavillon soll erstmals bei der Landesgartenschau in Freyung 2023 eingesetzt werden. Bei der Planung sollte auch eine Folgenutzung berücksichtigt werden.

 

1. Platz: "STOCKGEFLÜSTER"

Infopavillon

Foto: Stefan Guggenbichler

Der Pavillon „Stockgeflüster“ soll den Besuchern der Landesgartenschau 2023 in Freyung
ein Erleben und Verstehen der Natur ermöglichen, bei gleichzeitiger Einbindung regionaler
Werkstoffe und des Handwerks zu einem anspruchsvollen Architekturentwurf.

Durch die Auswahl der Materialien Glas und Weißtanne, verkörpert dieser Pavillon
gleichzeitig den wirtschaftlichen und kulturellen Hintergrund der Region Freyung und des
ganzen Bayerischen Waldes. Durch die Beschränkung auf diese klar trennbaren Rohstoffe
wird besonderer Wert auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit gelegt.

Ein Sockel aus horizontal geschichteten Glasscheiben bildet das Fundament des darauf
ruhenden Holzblockbaus. Die Mischung aus Transparenz und Massivität sorgt für
besondere Licht- und Schattenspiele sowie Ein- und Ausblicke.
Die Sinne sollen geschärft werden. Das Harmlose bringt Niemanden zum Nachdenken!
Die Natur soll hier nicht nur in der Ausstellung erklärt werden, sie soll auch erlebt werden.
So befinden sich in den Außenwänden des Pavillons Bienenstöcke, welche diesen
wichtigen und bedrohten Nützlingen Raum bieten. Damit soll auf das Artensterben und
die Bedrohung der gefährdeten Wildbiene hingewiesen und für dieses Thema
sensibilisiert werden.

Der Besucherpavillon zieht die Menschen also zu sich auf eine Reise des Wissens und
der Begegnung wie eine Biene in Ihren Bienenstock.
Es soll das Brummen der Bienen gehört und dabei das Diskutieren über die Natur
angeregt werden – Ein Stockgeflüster.

 

2. Platz: "HELIX"

Infopavillon

Foto: Stefan Guggenbichler

Die Helix versinnbildlicht einen Hybrid aus Architektur und Natur.
Eine Architektur, die in ihrer Selbstverständlichkeit und subtilen Art Natur und Mensch
einlädt, in ihr zu verweilen, zu kommunizieren, zu agieren. Es entsteht ein spannendes
Wechselspiel des voneinander Profitierens.

Die Natur erhält keine Besucherrolle, sie wird stattdessen fundamentaler und
überdauernder Bestandteil der Architektur. Nur der Mensch ist Besucher.
Er ist jedoch dazu eingeladen, in den Dialog mit der Vegetation und der Struktur zu
treten, um so ganz intuitiv und perzeptiv die Relevanz von Nachhaltigkeit zu erspüren
und zu begreifen.

Der Entwurf glaubt nicht daran, dass es nötig ist, die Informationsflut, der wir
tagtäglich bewusst und unterbewusst ausgesetzt sind, weiterzuführen.
Er möchte ganz im Gegenteil Einhalt gebieten und einen Platz des Entdeckens aber
auch der Reflexion schaffen. Die Architektur selbst und ihre Geste sind hierbei die
Hauptelemente der Ausstellung.

Das stichhaltige und durch Landschaftsarchitekten und Mitglieder des
Naturschutzverbandes geprüfte Vegetationskonzept eröffnet der Natur in der
Architektur standortadäquate und ungeahnte Entfaltungsmöglichkeiten.
Natur wird zur Ausstellung – Ausstellung zur Natur.
Der Entwurf Helix bietet auf diesem Weg einheimischen, teilweise selten gewordenen
Tier- und Pflanzenarten das, was für uns selbstverständlich ist, Lebensraum.

 

3. Platz: "ÜBERGANG"

Infopavillon

Foto: Stefan Guggenbichler

Der Entwurf nimmt die bestehende Hangsituation auf und hebt die Ausstellung auf eine
Neue, eine zweite Ebene. Dabei wird der Bodenkontakt auf ein Minimum reduziert, der
Baukörper fügt sich der Natur und steht nicht in Konkurrenz dazu.

Die neue Ebene bietet dem Besucher einen Ort der Gelassenheit und Ruhe und lädt zum
verweilen ein. Die Brücke soll die Neugierde der Besucher wecken, beim betreten wird
der Blick tunnelartig auf die Baumwipfel in der Ferne fokussiert. Geradlinige Blicke durch
den Körper setzen einen gezielten Ausschnitt der Umgebung in Szene.

Durch das aneinander reihen von Rahmen wird eine offene Raumsituation geschaffen,
welche die Umgebung spürbar und erlebbar macht. Es entstehen zwei geschützte
Bereiche durch das Einspannen einer Textilmembran. Die Membran spielt durch ihre
transparenz bewusst mit den Sinnen, es verschwimmen die Grenzen zwischen innen und
außen.

Die immer gleichen Rahmen ermöglichen eine individuelle Anpassung an verschiedene
Standorte. Die Elemente können für sich stehen oder in einer gezielten Reihung zu einer
neuen Komposition finden.

 

Sonderpreis: "LICHTBLICK"

Infopavillon

Foto: Stefan Guggenbichler

Ein Ort, in dem man die Langsamkeit genießen kann.
Ein Ort, in dem man die Zeit findet, in sich zu kehren.
Ein Ort der Besinnlichkeit, an dem man den Trubel des Alltags entfliehen kann.
Ein Pavillon der all dies bietet.

Es entsteht ein Spiel aus Licht und Schatten, erzeugt durch den dunklen Raum, in
Kombination mit dem Lichtschacht, durch den je nach Tages- und Jahreszeit, das Licht
unterschiedlich in den Pavillon und auf das Wasserbecken fällt.
Ein Kontrast entsteht aus der Höhe des Pavillons und dem Eingang, der hinab in den
eigentlichen Raum führt.
Dort erwartet einen ein stiller, sinnlicher Raum, der vom Plätschern des Wasserbeckens,
begleitet wird.
Ein Wechsel in eine neue Atmosphäre.

KLIMAANGEPASSTE UND BIODIVERSITÄTSFÖRDERNDE FREIFLÄCHE FÜR DIE LANDESGARTENSCHAU FREYUNG 2023

Eine Freiraum- und Gartengestaltung, die lokale Wasserkreisläufe und strukturreiche grüne Lebensräume stärkt, ist ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel im besiedelten Bereich. Daher lobte das Umweltministerium in Kooperation mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf den studentischen Wettbewerb „Der klimaangepasste Garten“ aus. Der 1. Preis soll Grundlage für die weitere Planung und Umsetzung der Freiflächengestaltung des Ausstellungsareals des Umweltministeriums auf der Landesgartenschau Freyung 2023 sein.

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs "Der klimaangepasste Garten" finden Sie hier.

Weiterführende Informationen

  • Übersicht Regionalgartenschauen
  • Übersicht Landesgartenschauen
  • Übersicht Bundesgartenschauen und Internationale Gartenausstellungen
  • Programm zur Förderung von Wanderwegen, von Unterkunftshäusern und von Grün- und Erholungsanlagen aus Anlass von Gartenschauen
  • Bayerische Landesgartenschau GmbH

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